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DONALD JUDD - Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne

Die Ausstellung von DONALD JUDD: A GOOD CHAIRS IS A GOOD CHAIRS ist Teil des AMERICAN SUMMER – eine Kooperation der Museen in der Pinakothek der Moderne und des Museums Brandhorst.

Bevor am 09. Oktober die Ausstellung ihre Pforten schließt, möchten wir noch auf diese interessante und einmalige Minimal Art Präsentation hinweisen.

Donald Judd (1928-1994) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seit den sechziger Jahren als einer der Protagonisten der Minimal Art bekannt geworden, erweiterte er sein Schaffen auch auf die Bereiche Architektur und Design.

Mit der Gestaltung von Möbeln beschäftigte sich Judd intensiver seit seinem Umzug 1971 von New York nach Marfa/Texas. Da er dort keine Möbel fand, die seinen Vorstellungen entsprachen, begann er, selbst welche zu entwerfen und zu bauen. Als erstes entstand ein Bett für seine Kinder – aus einfachen Kiefernbrettern gezimmert. Als Grundmodul diente das Standardmaß des Holzes vom Sägewerk. Später arbeitete Judd mit einem Tischler zusammen, der die Möbel nach den Vorgaben des Künstlers fertigte.

Dazu kamen nach einiger Zeit Metallmöbel und die Auseinandersetzung mit den Bedingungen industrieller Produktion. Judd legte großen Wert darauf, dass seine Möbel nicht als ‚Künstlermöbel’ verstanden werden, sondern als funktionierende Möbel.

 
Bildnachweis 2 & 3, s.u. *

Neben in (kleiner) Serie produzierten Möbeln aus Holz, Metall und Schichtholz umfasst die Ausstellung auch Prototypen und frühe, von Judd selbstgebaute Stücke für den eigenen Gebrauch, die bisher nur selten außerhalb von seinen Wohnorten in New York und Marfa zu sehen waren.

Die reichen Bestände der Neuen Sammlung erlauben es erstmals, die Möbel von Donald Judd vor dem Hintergrund von Entwerfern zu sehen, die der Künstler besonders schätzte - etwa Gerrit Rietveld, Ludwig Mies van der Rohe, Alvar Aalto oder auch Dieter Rams, also ein klassischer deutscher Produktdesigner.


Bildnachweis 4, s.u. *

Wenn man so durch die Ausstellung geht und die Entwürfe sowie Skizzen von Donald Judd betrachtet, schweifen die Gedanken gleich zu unserem neuen Programm DADO, von Egon Chemaitis. Das Gleiche erkennt man, wenn man die spannende Historie von Donald Judd liest.

Die Parallelen in der Gestaltung sind rein zufällig. Bei den frühen Gedanken von Donald Judd und dem heutigen Entwurf des Designers Egon Chemaitis lassen sich nach unserem Erleben in der Ausstellung ähnliche Aspekte erkennen. Wir haben uns darüber sehr gefreut!

Der  ‚Vergleich’ zu DADO - Der Allrounder sei uns erlaubt. Aber urteilen Sie am besten selbst. Viel Freude bei dem Besuch!

 

* Bildnachweis:

Bild 1 (oben links): Donald Judd, Hocker (Sperrholz), 1992.
Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich
Foto: Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich (A. Laurenzo)
Donald Judd Furniture™©Judd Foundation

Bild 3 (Mitte links): Donald Judd, Bücherregal (Aluminium, einbrennlackiert), 1984
Hersteller Lehni A. G., Schweiz
Courtesy Judd Foundation
Foto: Maurice Alejo
Donald Judd Furniture™ ©Judd Foundation

Bild 4 (Mitte rechts):
Donald Judd, Bank (Aluminium, einbrennlackiert), 1984
Hersteller Janssen C.V., Niederlande
Courtesy Judd Foundation
Foto: Maurice Alejo
Donald Judd Furniture™ ©Judd Foundation

Bild 5 (unten):
Donald Judd, Hocker (Sperrholz), 1992.
Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich
Foto: Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich (A. Laurenzo)
Donald Judd Furniture™©Judd Foundation

Homepage: www.pinakothek.de